KAP. 40. WAJESCHEW - בראשית מ וישב von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 40. V. 1. Es war nach diesen Begebenheiten, hatte der Schenk des Königs von Mizrajim und der Bäcker sich gegen ihren Herrn, den König von Mizrajim, vergangen. 2. Da zürnte Pharao über seine beiden Hofbedienten, über den Fürsten der Schenke und über den Fürsten der Bäcker, 3. und er gab sie im Gewahrsam des Hauses des Fürsten der Köche in das Gefängnißhaus, eben dort hin, wo auch Josef gefangen war. 4. Der Fürst der Köche bestellte Josef bei ihnen; er hatte sie zu bedienen; so blieben sie einen Kreis von Tagen im Gewahrsam. 5. Da träumte ihnen beiden, Jedem sein Traum in Einer Nacht, Jedem wie eine Deutung seines Traumes, dem Schenk und dem Bäcker, die des Königs von Mizrajim waren, die im Gefängniß gefangen waren. 6. ‎Am Morgen kam Josef zu ihnen‏ ‎und sah sie, daß sie betrübt waren; 7. da fragte er die Hofbedienten Pharao’s, die bei ihm im Gewahrsam des Hauses seines Herrn waren: Warum sind heute eure Gesichter trübe? 8. Sie sagten zu ihm: Einen Traum haben wir geträumt, und es ist kein Deuter für ihn da. Josef erwiederte ihnen: Sind doch Gottes die Deutungen, erzählet mir doch! 9. Da erzählte der Fürst der Schenke seinen Traum dem Josef und sprach zu ihm: In meinem Traume — siehe da ist ein Weinstock vor mir — 10. und an dem Weinstock sind drei Ranken — und er, wie er nur aufbricht, da ist schon die Blüthe aufgeblüht, da haben seine Trauben schon Beeren gereift. 11. Und Pharao’s Becher ist in meiner Hand — da nahm ich die Beeren und drückte sie in Pharao’s Becher, und gab den Becher auf die Hand Pharao’s. 12. Josef erwiederte ihm: Das ist seine Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage, 13. in der Dauer von drei Tagen wird Pharao dich mitzählen und dich in dein Amt wieder einsetzen und du wirst dann Pharao’s Becher in seine Hand geben, nach der frühern Weise, da du sein Schenk gewesen. 14. Denn, wenn du mich, wenn es dir gut gehen wird, bei dir im Gedächtniß wirst behalten haben, so wirst du doch mit mir Wohlwollen üben, wirst mich Pharao gegenüber erwähnen, und wirst mich aus diesem Hause hinausbringen. 15. Denn gestohlen ward ich aus dem Landen der Ibrim, und auch hier habe ich nicht das Geringste gethan, daß man mich in den Kerker gebracht. 16. Als der Fürst der Bäcker sah, daß er gut gedeutet hatte, sprach er zu Josef: Auch ich war in meinem Traume, und siehe, drei Körbe von vornehmen Ansehen sind auf meinem Kopfe, 17. und im obersten Korbe von jeglicher Speise Pharao’s, Bäckerwerk; und der Vogel frisst sie mir aus dem Korbe, von meinem Kopfe weg! — 18. Da antwortete Josef und sprach: Das ist seine Deutung: drei Körbe sind drei Tage. 19. In der Dauer von drei Tagen wird Pharao deinen Kopf dir abnehmen und dich an einen Baum aufknüpfen lassen, und der Vogel dein Fleisch von dir abessen. 20. Da war es, am dritten Tage, am Tage, da man einst Pharao geboren hatte, machte er ein Gastmahl allen seinen Dienern und zählte den Fürsten der Schenke und den Fürsten der Bäcker mit unter seinen Dienern. 21. Den Fürsten der Schenke setzte er wieder ein in sein Schenkamt, und er gab den Becher in Pharao’s Hand, 22. den Fürsten der Bäcker aber ließ er henken, wie es ihnen Josef gedeutet hatte. 23. Es gedachte aber der Fürst der Schenke Josef’s nicht und so vergaß er ihn.