Alles, was von einem unreinen Tier kommt, ist auch unrein

Posted 1 yr ago

Abschnitt 81.

Alles, was von einem unreinen Tier kommt, ist auch unrein.
Das Fett von einem unreinen (zu essen verbotenen) Vieh oder Waldtier oder unrichtig geschächteten oder innerlich ungesundem Vieh oder Tier, auch die Brühe (Fischlake) von einem unreinen Fisch, dessen Urin, alles dieses ist verboten. Einige Rabbiner erlauben den Urin. (Wozu der Urin dienen soll, steht nicht; wahrscheinlich zu einem Heilmittel) Der Urin eines Menschen aber ist von allen Rabbinern erlaubt. Käse, gemacht von der Milch eines Viehes, das in der Folge als unrein befunden wurde, ist erlaubt, wenn anzunehmen ist, dass das Tier erst jetzt, nachdem der Käse schon fertig war, unrein geworden ist aber ein Glied zu viel an dem Vieh oder Wunde hat ein Häutchen erhalten, dann wird angenommen, dass die Wunde schon drei Tage vor der Schächtung da war – in diesem Fall sind alle Käse trepha. Alles, was aber von der Milch drei Tage vor der Schächtung gemacht ist, ist erlaubt zu essen. Ist ein solches Vieh in einem Stalle mit anderem vermischt worden, so verfährt man nach dem Satze: alles Unreine ist erlaubt zu essen, wenn es unter Reinem vermischt ist, welches sechzigmal so viel beträgt, als das Unreine. Waren mit dem unreinen Vieh noch 60 Stück Vieh im Stalle und man weiß nicht, ob die Milch von dem unreinen Vieh mehr ist, als jede andere der reinen Tiere, so verfährt man gelinde, d. h. man nimmt an, dass solche nicht mehr war; hat man aber von jeder Milch Käse gemacht und die Käse sind vermischt worden, dann ist keine Rettung, alle Käse sind trepha; denn sobald das Unreine schon an und für sich eine Sache war, welche man jemanden (zum Genuss) vorsetzen konnte, so verliert es sich nicht, d. h. es wird nicht als nicht dagewesen betrachtet und wenn es auch unter tausendmal so viel erlaubte Sachen vermischt ist (סירכא Szircha, was eigentlich nur deshalb verboten ist, weil vielleicht ein Loch in er Lunge ist), dann ist die ganze Sache nicht ein einfacher Zweifel, sondern der Zweifel eines Zweifels – und die Käse sind koscher. Einige Rabbiner sind aber dagegen, wenn das Vieh schon vor drei Tagen geschächtet ist (denn in kürzerer Zeit setzt sich die Lunge nicht an); so ist auch der Gebrauch, wenn der Schaden nämlich nicht zu groß ist u.s.w.

Abschnitt 82.

Die Zeichen des reinen Geflügels stehen nicht im Gesetz, sondern es sind nur die Sorten aufgezählt, welche als unrein bezeichnet (3.B. M. 11, 13, 5. B. M. 14, 12). Wer nun erfahren ist in diesen Arten und in ihren Namen, der kann alle Vögel essen, welche nicht zu ihnen gehören; übrigens sind reine Vögel erstens durch Tradition erlaubt zu essen, z.B. wenn ein Vogel in einer Stadt, Flecken, Dorf, allgemein und ausgemacht als rein gehalten wird. Ein Jäger ist beglaubt, wenn er sagt: mein Lehrmeister hat mir diesen Vogel als rein erlaubt; man muss aber wissen, dass dieser Lehrer die Vögel, welche im Gesetz als unrein bezeichnet sind und auch ihre Namen genau kennt. Wer aber sie und ihre Namen nicht kennt, der muss sehen, ob der Vogel seine Beute tritt (die Nägel in dieselbe steckt, um solche zu verzehren, gleichviel übrigens, ob er solche, wenn sie noch lebt, verzehrt oder sie tötet), in diesem Falle gehört er zu den unreinen; weiß man solches nicht, so muss man ihn auf einen Faden stellen, teilt er die Krallen auseinander, zwei von jeder Seite oder er schnappt seine Beute aus der Luft und frisst solche gleich, ohne sie erst an die Erde zu legen, so ist er unrein; weiß man auch dieses nicht, so sind drei Zeichen nachzusehen; erstens eine übrige Klaue, hinter den gewöhnlichen Klauen nach Raschi`s (Jarichs) Meinung; nach Rabbi Nachmann`s Meinung aber, wenn eine seiner Klauen größer als die anderen drei ist; zweitens, wenn er einen gehörigen Kropf hat, und drittens, wenn derselbe weich ist, so dass er ohne Messer und schon mit der Hand abgeschält werden kann. Diese drei Zeichen sind ein Beweis, dass der Vogel zu den Reinen gehört. Aber selbst dann (heißt es weiter im Original), wenn die drei Zeichen da sind, soll der Vogel doch nicht gegessen werden, denn er könnte treten; (siehe oben) – oder man müsste durch Überlieferung unserer Vorfahren wissen, dass dieser Vogel zu den Reinen gehört. (Über diese Stelle sprechen die Kommentatoren viel und das mit Recht; denn wenn eine Überlieferung vorhanden ist, so sind ja keine Zeichen nötig; oder man müsste sehen, dass der Vogel trete, wenn man sich auf die Überlieferungen der Vorfahren nicht recht verlassen könne u. s. w.)