KAP. 24. CHAJE SARA - בראשית כד חיי שרה von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 24. V. 1. Abraham war alt geworden, war hineingekommen in die Tage und Gott hatte Abxaham in Allem gesegnet. 2. Da sprach Abraham zu seinem Knechte, dem Aeltesten seines Hauses, der über alles Seine waltete: lege doch deine Hand unter meine Hüfte, 3. ich will dich bei Gott, dem Gotte des Himmels und Gotte der Erde schwören lassen, daß du für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern des Kenaaniters nehmest, in dessen Mitte ich wohne; 4. vielmehr sollst du zu meinem Lande und meiner Verwandtschaft gehen und eine Frau für meinen Sohn, für Jizchak, nehmen. 5. Der Knecht sprach zu ihm: Vielleicht wird die Frau mir nicht in dieses Land nachfolgen wollen, soll ich dann deinen Sohn wohl in das Land zurückkehren lassen, aus welchem du gezogen? 6. Da sprach Abraham zu ihm: Hüte dich, daß du meinen Sohn dorthin nicht zurückbringst! 7. Gott, der Gott des Himmels, der mich von meines Vaters Hause und von dem Lande meiner Geburt genommen, der über mich ausgesprochen und der mir geschworen hat also: deinem Samen gebe ich dieses Land, der wird seinen Engel vor dir her senden und du wirst ein Weib von dort für meinen Sohn nehmen. 8. Wenn aber die Frau nicht einwilligen wird dir nachzufolgen, so bist du frei von diesem meinem Eide, nur meinen Sohn bringe dorthin nicht zurück! 9. Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte Abraham’s, seines Herrn, und schwur ihm über diese Angelegenheit 10. Sodann nahm der Knecht zehn Kameele von den Kameelen seines Herrn, er aber ging und hatte alles Beste seines Herrn in seiner Hand; so machte er sich auf und ging nach Aram Naharajim zur Stadt Nachor’s. 11. Er ließ die Kameele außerhalb der Stadt gegen einen Wasserbrunnen niederknieen, zur Abendzeit, zur Zeit, wo die Schöpferinnen herauszukommen pflegen, 12. und sprach: Gott, Gott meines Herrn Abraham, füge doch heute vor mir und übe an meinem Herrn Abraham Liebe. 13. Siehe: ich stehe hier bei dem Wasser-Quell, und die Töchter der Stadtleute kommen heraus Wasser zu schöpfen, 14. so sei denn, das Mädchen, zu welcher ich sagen werde: neige doch deinen Krug, damit ich trinke, und sie sagt: trinke und auch deine Kameele will ich tränken, die hast du deinem Diener, dem Jizchak, zugewiesen, und an ihr will ich erkennen, daß du an meinem Herrn Liebe geübt. 15. Da hatte er nun kaum ausgesprochen, siehe da kommt Ribka heraus, welche dem Bethuel, dem Sohne der Milka, der Frau Nachor’s, des Bruders Abraham’s, geboren worden war, und ihren Krug hatte sie auf ihrer Schulter. 16. Und das Mädchen war überaus gut vom Anblick, Jungfrau, und noch kein Mann hatte sich ihr vertraulich genähert. Sie ging zum Quell hinab, füllte ihren Krug und kam herauf. 17. Da lief der Knecht ihr entgegen und sprach: Laß mich doch etwas Wasser aus deinem Eimer schlürfen! 18. Sie antwortete: Trinke, mein Herr! Da eilte sie, ließ ihren Krug aus ihre Hand hinab und gab ihm zu trinken. 19. Sie hatte ihn nun völlig getränkt, da sprach sie: Auch für deine Kameele will ich schöpfen, bis daß sie völlig getrunken haben. 20. Da eilte sie, leerte ihren Krug in die Tränke, lief nochmals zum Brunnen um zu schöpfen und schöpfte für alle seine Kameele 21. Der Mann staunte sie fortwährend an, schwieg, um zu wissen, ob Gott seinen Weg habe gelingen lassen oder nicht. 22. Erst als die Kameele völlig mit dem Trinken zu Ende waren, nahm der Mann einen goldenen Nasenring hervor, einen halben Schekel an Gewicht, und zwei Armbänder für ihre Hände, zehn Gold-Schekel an Gewicht, 23. und sprach: Wessen Tochter bist du? Sage mir es doch! Ist wohl das Haus deines Vaters eine Stätte für uns über Nacht zu weilen? 24. Da sagte sie ihm: Bethuel’s Tochter bin ich, eines Sohnes der Milka, die ihn dem Nachor geboren. 25. Sie sagte ihm ferner: Auch Stroh und Futter ist bei uns in Menge, auch ein Ort zu übernachten. 26. Da beugte der Mann das Haupt und warf sich Gott hin, 27. und sprach: Gesegnet Gott, Gott meines Herrn Abraham, der seine Liebe und seine Wahrheit nicht von meinem Herrn gelassen! Ich — bin noch auf dem Wege — und Gott hat mich schon in das Haus der Geschwister meines Herrn geführt! 28. Da lief das Mädchen und erzählte dem Hause ihrer Mutter diesen Ereignissen gemäß. 29. Ribka hatte aber einen Bruder, dessen Name Laban war, da lief Laban zu dem Manne hinaus zum Quell. 30. Es war aber, da man nun den Nasenring und die Armbänder an den Händen seiner Schwester gesehen und er die Worte seiner Schwester Ribka also gehört hatte: so hat zu mir der Mann gesprochen, und er nun zu dem Manne kam und siehe der stand noch bei seinen Kameelen am Quell: 31. da sprach er: Komme doch herein, Gesegneter Gottes! Warum stehst du draußen, ich habe ja schon das Haus bereit gestellt und einen Raum für deine Kameele. 32. Da kam der Mann ins Haus und löste die Kameele, er gab Stroh und Futter den Kameelen und Wasser, seine Füße und die Füße der Leute, die mit ihm waren, zu waschen. 33. Man setzte ihm zu essen vor; er aber sprach: Ich esse nicht, bis daß ich meine Worte gesprochen; da sagte er: Sprich! 34. Er sprach: Ein Knecht Abraham’s bin ich, 35. und Gott hat meinen Herrn überaus gesegnet, so daß er groß geworden. Er gab ihm Schaafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kameele und Esel. 36. Sara, die Frau meines Herrn, gebar nun meinem Herrn einen Sohn, nachdem sie schon alt geworden, und diesem gab er alles Seine. 37. Da beschwor mein Herr mich also: Nimm für meinen Sohn keine Frau von den Töchtern des Kenaani, in dessen Land ich wohne. 38. Daß du vielmehr zu dem Hause meines Vaters und zu meiner Familie gehest und eine Frau für meinen Sohn nehmest! 39. Da sprach ich zu meinem Herrn: Vielleicht wird die Frau mir nicht nachfolgen wollen? 40. Da sprach er zu mir: Gott, vor dem ich mich geführt, wird seinen Engel mit dir senden und deinen Weg beglücken, so daß du für meinen Sohn eine Frau aus meiner Familie und sogar aus meinem väterlichen Hause nehmest. 41. Dann bist du von meinem Eide frei, wenn du zu meiner Familie kommen wirst; wenn sie sie dir nicht geben wollen, so sollst du frei sein von meinem Eide. 42. Da kam ich nun heute zum Quell und da sprach ich: Gott, Gott meines Herrn Abraham, wenn du doch meinen Weg beglücken möchtest, auf welchem ich gehe! 43. Siehe ich stehe hier bei dem Wasserquell, so sei denn das Mädchen, die zum Schöpfen kommt und ich sage zu ihr: laß mich doch etwas Wasser aus deinem Kruge trinken, 44. und sie sagt zu mir: trinke sowohl du, als auch für deine Kameele will ich schöpfen, das ist die Frau, die Gott für den Sohn meines Herrn angewiesen. 45. Ich nun, ich hatte kaum also zu meinem Herzen zu sprechen vollendet, siehe da kommt Ribka mit ihrem Kruge auf der Schulter heraus und ging zum Quell hinab und schöpfte. Da sprach ich zu ihr: Laß mich doch trinken! 46. Da eilte sie, nahm ihren Eimer herab und sprach: Trinke, und auch deine Kameele will ich tränken, da trank ich und auch die Kameele tränkte sie. 47. Da fragte ich sie und sprach: Wessen Tochter bist du? da sagte sie: Die Tochter Bethuel’s, Sohn Nachors, welchen ihm Milka geboren; da legte ich den Ring an ihre Nase und die Armbänder an ihre Hände, 48. und beugte mein Haupt und warf mich Gott hin und segnete Gott, den Gott meines Herrn Abraham, der mich in den wahren Weg geführt, die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu nehmen. 49. Und nun, wenn ihr mit meinem Herrn Liebe und Wahrheit üben wollet, saget es mir; und wenn nicht, saget es mir, damit ich mich nach Rechts oder Links wende. 50. Da antwortete Laban und Bethuel und sagten: Von Gott ist die Sache ausgegangen, wir können dir nichts Böses oder Gutes sagen. 51. Hier ist Ribka vor dir, nimm sie und gehe, werde sie Frau dem Sohne deines Herrn, wie Gott gesprochen 52. Da war es, als der Knecht Abraham’s ihre Worte gehört hatte, warf er sich Gott hin zur Erde. 53. Und silberne und goldene Geräthe und Kleider holte der Knecht hervor und gab sie der Ribka und köstliche Früchte gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter. 54. Darauf aßen und tranken er und die Leute, die, er bei sich hatte, und übernachteten. Sie standen am Morgen auf und da sagte er: Entlasst mich nun zu meinem Herrn! 55. Da sagte ihr Bruder und ihre Mutter: Möge doch das Mädchen noch bei uns ein Jahr oder zehn Monate bleiben; dann mag sie gehen. 56. Er aber sagte ihnen: Haltet mich nicht hin, nachdem Gott meinen Weg beglückt hat; entlasset mich, damit ich zu meinem Herrn gehen möge. 57. Da sagten sie: Wir wollen das Mädchen rufen und sie fragen. 58. Da riefen sie Ribka und sagten zu ihr: Willst du mit diesem Manne gehen? Sie antwortete: Ich will gehen. 59. Da entließen sie ihre Schwester Ribka und ihre Amme, so wie den Knecht Abraham’s und dessen Leute, 60. und segneten Ribka und sprachen zu ihr: Unsere Schwester! Werde du zu tausend Zehntausenden, und es erbe dein Same das Thor seiner Hasser. 61. Da machte sich Ribka und ihre Mädchen auf, sie bestiegen die Kameele und folgten dem Manne. Der Knecht aber nahm Ribka und ging. 62. Und Jizchak war heimgekommen vom Hinkommen zum Brunnen des mich-schauenden-Lebendigen; er wohnte im Lande des Südens. 63. Da ging Jizchak hinaus zu sinnen in dem Felde zur Abend-Wende, da hub er seine Augen auf und sah, siehe da kommende Kameele! 64. Da hub auch Ribka ihre Augen auf und sah Jizchak, da ließ sie sich rasch vom Kameele hinab, 65. und sprach zum Knechte: Wer ist dieser Mann dort, der uns durchs Feld entgegen geht? Da sprach der Knecht: Es ist mein Herr! Da nahm sie den Schleier und bedeckte sich. 66. Der Knecht erzählte Jizchak alle Dinge, die er ausgeführt, 67. da brachte sie Jizchak in’s Zelt als seine Mutter Sara. Er heirathete Ribka, sie ward ihm zum Weibe und er liebte sie und da erst tröstete sich Jizchak um seine Mutter.