V. 5. Wer ist diese, die dort aufsteigt von der Wüste her?

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V. 5. Wer ist diese, die dort aufsteigt von der Wüste her?
Das hier gebrauchte Zeitwort hlvi hat zwei Bedeutungen, es heißt steigen von (hyvlyi) und scheiden von (hqvlyc) d. i. sterben von der Wüste vergl. Num.  14,  29.
sich lehnend auf ihren Geliebten.
R. Jochanan leitet das Wort tqprtm von qrp ab und erklärt den Satz dahin: sie überlässt die gesetzlichen Bestimmungen (hrvt yqrp) und Hoheitsrechte (tvklm yqrp) der Zukunft Hochnissel.
unter dem Apfelbaum erregte ich deine Liebe.
Pelatjun (ein Amoräer), ein Römer, legte die Worte auf diese Weise aus: Der Berg Sinai war seiner Stelle entrückt und in die Höhe versetzt worden, so dass die Israeliten unter ihm zu stehen kamen s. Deut. 4, 11: „Da tratet ihr hinzu und standet unter dem Berge.“
Oder der Sinai wird darum mit dem Apfelbaum verglichen, weil er wie jener seine Früchte im Monat Siwan gibt, in welchem auch das Gesetz gegeben wurde. Oder warum wird der Berg nicht mit einem Nussbaum oder   mit irgendeinem andern Baum verglichen? Jeder Baum bringt zuerst seine Blätter und dann erst seine Früchte hervor, der Apfelbaum jedoch bringt zuerst seine Früchte und dann erst seine Blätter hervor. Ebenso sagten die Israeliten: Wir wollen tun und dann erst fügten sie hinzu: wir wollen hören s. Ex. 24, 7. Gott sprach: Wenn ihr mein Gesetz auf euch nehmt, so ist es gut, wo nicht, so stürze ich den Berg über euch und töte euch.
„Daselbst hat dich gekreiset deine Mutter.“ Es verhält sich wie mit jenem, sagte R. Berachja, der an einen gefahrvollen Ort sich begab und wohlbehalten davon kam. An diesem gefahrvollen Orte, sagt ein Bekannter zu ihm, bist du eben vorübergegangen; wie groß war die Gefahr, die über dich ergangen! gerade so, als wenn dich deine Mutter eben geboren hätte, ein wie großer Schmerz ist über dich ergangen, und du bist gleichsam neu  geboren. R. Abba bar Kahana erklärt das Wort lbx mit: „pfänden”; dort nahmst du ein Pfand, als du das Wort gesprochen: Alles, was der Ewige geredet, wollen wir tun und gehorchen; und dort wurdest du gepfändet (hlbvx), als du zum Kalbe gesprochen s. Ex. 32, 4: „Diese sind deine Götter Israel“, verdarben sie es. R. Simeon ben Jochai hat gelehrt: In den Waffen, welche den Kindern Israel am Choreb gegeben wurden, stand der ganze Name Gottes eingegraben, der ihnen aber, als sie sich vergangen hatten, wieder entzogen wurde. Nach R. Ibo hat sich der Name von selbst abgeschält, nach den Rabbinen ist er von einem Engel abgeschält (unscheinbar gemacht) worden. R. Simeon ben Chalaphtha gebrauchte hier den Spruch: Geschändet (hbvli) ist die Braut, die unter dem Trauhimmel sich vergeht. Nach R. Jochanan hatten die Israeliten den guten Rat, der ihnen auf dem Sinai erteilt worden war, außer Acht gelassen s. Prov. 1, 25, wo unter „Rat“ (hoi) nichts anderes als das Gesetz zu verstehen ist vgl. Prov. 8, 14. R. Josua von Sichnin sagte im Namen des R. Levi: Es heißt Deut. 9, 8: „Und beim Choreb erzürntet ihr den Ewigen.“ Ich wollte euch segnen, sprach Gott, ich fand aber euren Gaumen durchlöchert, dass er den Segen nicht fassen konnte, denn das Wort ivrp bedeutet nichts anderes als bvqn, welche Bedeutung es auch Prov. 1, 25 hat. R. Levi sagte: Ihr habt getan, als wenn Gott über euch traure. Es gibt nämlich Orte, wo das Trauerhaus (hlba tyb) Haus des Zornes (hpvoq tyb) heißt.