V. 14. Schon duften die Mandragoren

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V. 14. Schon duften die Mandragoren d. i.
die israelitischen Jünglinge, welche die Sünde nicht geschmeckt haben (die in Unschuld wandelten), und über unsren Türen sind edle Früchte allerlei. Darunter sind die Töchter Israels zu verstehen, die nur an ihrem Gatten hängen und einen Fremden nicht erkennen. Komm und sieh, sagte R. Judan, wie lieb die Dudaim vor dem sind, der da sprach und die Welt ward, ihnen haben zwei große und ausgezeichnete Stämme, der Stamm Issaschar und der Stamm Sebulon ihr Dasein zu verdanken s. Gen. 30, 14. 18. 20. Beide, sowohl die Rahel wie die Lea, sagt R. Eleasar, hatten Vorteil und Nachteil von den Dudaim. Die Lea büsste die Dudaim ein, gewann dagegen die Stämme und ein Grab (in der Doppelhöhle), Rahel wieder gewann die Dudaim und büsste dagegen die Stämme und ein Grab (wie  das  erwähnte) ein s. Gen. 35. 19. R. Samuel  sagte  dasselbe, aber mit dem Unterschiede: Lea verlor die Dudaim und gewann dagegen die Stämme, büsste aber das Erstgeburtsrecht ein, Rahel gewann die Dudaim und das Erstgeburtsrecht, büsste aber die Stämme ein. R. Levi bemerkt bei dieser Gelegenheit in Beziehung auf Jerem. 24, 1, wo ebenfalls von Dudaim die Rede ist: Es lässt sich nicht sagen, dass die mit dem Könige Jechonja nach Babylon Verbannten Busse getan, dagegen die mit dem König Zedekia Verbannten keine Busse getan hätten, weil es hier heißt: die Dudaim duften d. i. die guten sowohl wie die schlechten.
und über unsern Türen sind edle Früchte allerlei.
Die Schule des R. Schila sagte: Gleich einem frommen Weibe, deren Mann ihr wenig zurückgelassen hatte, sie teilte es aber ein und machte wenig Ausgaben. Als ihr Gemahl (von der Reise) zurückkehrte, sprach sie zu ihm: Siehe, was du mir zurückgelassen und was ich dir gesammelt und wie ich es noch vermehrt habe! Die Rabbinen führen dieses Beispiel an: Ein König hatte einen Lustgarten, welchen er einem Pächter übergab. Was tat dieser? Er füllte Körbe mit Feigen aus dem Garten und setzte sie an den Eingang desselben. Als der König im Vorbeigehen die vortrefflichen Erzeugnisse sah, sprach er: Wie vortrefflich muss es erst im Garten bestellt sein! Ebenso wie in den früheren Geschlechtern die Männer der großen Synagoge, ferner Hillel und Schamai, R. Gamliel der Alte, waren (oder lebten), so in den späteren Geschlechtern R. Jochanan ben Saccai, R. Elieser, R. Josua, R. Meir, R. Akiba und ihre Schüler. Was stand nun noch zu erwarten? Auf sie lässt sich daher der Spruch anwenden V. 14: Neue und auch alte Früchte, die ich für dich, mein Geliebter, aufbewahrt. Gott spricht zu den Israeliten, sagte R. Abba bar Kahana: Ihr bewahrt mir und ich bewahre euch, ihr bewahrt mir die Ausübung der Pflichten und guten Werke, und ich bewahre euch Schätze, welche alle irdischen Güter an Wert übertreffen. R. Abba bar Kahana im Namen des Bar Judan setzte hinzu: Nur mit dem Unterschiede, dass diese jene an Zahl überragen s. Ps. 31, 20.