KAP. 34. WAJISCHLACH - בראשית לד וישלח von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 34. V. 1. Dina, Lea’s Tochter, die sie dem Jaakob geboren hatte, ging hinaus, sich unter den Töchtern des Landes umzusehen. 2. Da sah sie Schechem, der Sohn des Chiwiten Chamor, der Fürst des Landes, nahm sie, legte sich zu ihr Und that ihr Gewalt an. 3. Es hing aber seine Seele an Dina, der Tochter Jaakob’s; er liebte das Mädchen und redete dem Mädchen an’s Herz. 4. Da sprach Schechem zu seinem Vater Chamor also: Nimm mir dieses Mädchen zur Frau. 5. Jaakob hatte gehört, daß er seine Tochter Dina entweiht hatte, seine Söhne aber waren bei seiner Habe auf dem Felde, und es hatte Jaakob geschwiegen bis sie heimkommen würden. 6. Da ging Chamor, Schechem’s Vater, hinaus zu Jaakob, mit ihm zu reden. 7. Inzwischen waren die Söhne Jaakob’s vom Felde heimgekommen, sobald sie es gehört. Die Männer waren schmerzlich betrübt und es brannte sie sehr; denn er hatte an Jisrael eine Schandthat geübt, sich zur Tochter Jaakob’s zu legen; also würde sonst nicht geschehen sein! 8. Da sprach mit ihnen Chamor also: Schechem’s, meines Sohnes, Seele hat Lust an eurer Tochter, gebet sie ihm doch zur Frau, 9. und verschwägert euch mit uns, eure Töchter gebet uns und unsere Töchter nehmet euch, 10. ‎und bei uns möget ihr wohnen bleiben; das Land soll vor euch offen sein, blei‎bet, bereist es und siedelt euch darin an. ‏11. Schechem aber redete zu ihrem Vater und ihren Brüdern: Möge ich Gunst in euren Augen finden! Was ihr mir sagen werdet, will ich thun. 12. Leget mir sehr viel Ehegut und Geschenke auf, ich will es geben, wie ihr mir sagen werdet, und gebet mir das Mädchen zur Frau. 13. Da antworteten die Söhne Jaakob’s dem Schechem und seinem Vater Chamor mit List und sie führten das Wort. War’s doch der, der ihre Schwester entehrt hatte! 14. Sie sagten ihnen: Wir können dies nicht thun, unsere Schwester einem Manne zu geben, der eine Vorhaut hat; denn das ist uns eine Schmach. 15. Jedoch dadurch werden wir euch zu willen werden, wenn ihr werden wollt wie wir, daß euch alles Männliche beschnitten werde. 16. Dann werden wir unsere Töchter euch geben und eure Töchter uns nehmen, werden bei euch wohnen und wir werden zu Einem Volke werden. 17. Wenn ihr uns aber nicht hinsichtlich des Beschnitten-werdens Gehör geben werdet, so nehmen wir unsere Tochter und gehen. 18. Ihre Worte wurden gut befunden in Chamor’s und Schechem’s, des Sohnes Chamor’s, Augen; 19. und es zögerte der Jüngling nicht die Sache auszuführen; denn er hatte Verlangen an der Tochter Jaakob’s; er war aber der Geehrteste unter seinem ganzen väterlichen Hause. 20. Da kam Chamor und sein Sohn Schechem zu dem Thore ihrer Stadt und sie sprachen zu den Leuten ihrer Stadt also: 21. Diese Leute sind friedlich mit uns, mögen sie im Lande bleiben und es bereisen; das Land, es ist ja geräumig, möge ihnen offen stehen; ihre Töchter können wir uns nehmen und unsere Töchter ihnen geben. 22. Nur dadurch wollen uns die Leute willfährig werden bei uns zu bleiben, Ein Volk zu werden: daß uns alles Männliche beschnitten werde wie sie beschnitten sind. 23. Ihre Habe, ihr Erwerb und all ihr Vieh sind dann ja unser, nur lasset uns ihnen willfährig werden, daß sie bei uns bleiben. 24. Da gehorchten Chamor und seinem Sohne Schechem alle die aus dem Thore seiner Stadt gingen, und es wurden alle Männliche beschnitten, alle die aus dem Thore seiner Stadt gingen. 25. Da war es, am dritten Tage, während diese leidend waren, nahmen zwei der Söhne Jaakob’s, Schimeon und Lewi, Dina’s Brüder, Jeder sein Schwerdt, kamen über die in Sicherheit ruhende Stadt und erschlagen alle Männliche. 26. Chamor und seinen Sohn Schechem hatten sie mit dem Schwerdte erschlagen, nahmen Dina aus Schechem’s Haus und gingen. 27. Die Söhne Jaakob’s kamen über die Erschlagenen, plünderten die Stadt, weil sie ihre Schwester entehrt; 28. ihre Schaafe, ihre Rinder und ihre Esel, die in der Stadt und die auf dem Felde waren, nahmen sie; 29. auch all ihr Vermögen und alle ihre Kinder und ihre Frauen führten sie gefangen fort und plünderten sie, und Alles, was im Hause. 30. Da sprach Jaakob zu Schimeon und Lewi: Ihr habt mich getrübt, mich dem Bewohner des Landes, dem Kennani und Perisi, in Verruf zu bringen! Dabei bin ich nur gering an Zahl, werden sie sich über mich versammeln und mich schlagen, so werde ich und mein Haus vernichtet werden. 31. Da sprachen sie: Soll er denn wie eine Buhle unsere Schwester behandeln ? !