V. 6. Dein Haupt auf dir wie der Karmel

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V. 6.    Dein Haupt auf dir wie der Karmel.
Gott spricht zu Israel: „Dein Haupt auf dir wie der Karmel“ d. i. die Armen unter euch sind mir so lieb und wert wie Elia, welcher den Karmel bestieg s. Reg. 18, 42. Warum senkte er sein Gesicht zwischen seine Knie? Er gab damit Gott zu verstehen: Es steht uns kein Verdienst zur Seite, siehe aber auf das Bundeszeichen (hier an mir).
eines Hauptes Locken wie Purpur.
Selbst die Geringen und Armen in Israel, spricht Gott, sind mir so lieb und wert wie David s. Sach. 12, 8, oder nach andern wie Daniel s. Dan. 5, 29.
ein König gefesselt durch die Locken.
Unter dem Könige ist kein anderer als der König der Könige, Gott, zu verstehen s. Ps. 93, 1. „Gefesselt durch die Locken“, weil er sich durch einen Eid gebunden hat, seine Schechina auf Israel, „auf die Locken“ unsers Vaters Jacob ruhen zu lassen. In wessen Verdienst? Darüber sind R. Abba bar Kahana und R. Levi geteilter Meinung. Der eine sagte: Im Verdienste unseres Vaters Abraham s. Gen. 18, 7, der andere sagte: Im Verdienste unseres Vaters Jacob s. das. 30, 38. R. Berachja will unter dem König Mose verstanden wissen, welcher Deut. 33, 5 so bezeichnet wird, über den „bei den Tränkrinnen“ d. i. bei dem Haderwasser verhängt wurde, dass er nicht in das verheißene Land Israel kommen sollte s. Num. 20, 13. R. Nechemja versteht unter „dem König“ ebenfalls Mose, weil er Deut. 33, 5 „König von Jeschurun“ heißt. Gott sprach nämlich zu Mose: Ich habe dich als König über die Israeliten gesetzt, und es ist die Weise des Königs, dass er beschließt und die anderen ihm Folge leisten; so beschließe du über die Israeliten und sie werden dir Folge leisten s. Lev. 24, 2: „Befiehl den Kindern Israel.“