KAP. 38. WAJESCHEW - בראשית לח וישב von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 38. V. 1. In dieser Zeit ging Jehuda fern hinab von seinen Brüdern, und entfernte sich bis zu einem Manne aus Adulam, der Chira hieß. 2. Dort sah Jehuda die Tochter eines Kaufmannes, der Schua hieß, die heirathete er und kam zu ihr. 3. Sie empfing und gebar einen Sohn; er nannte ihn: Er. 4. Sie empfing wieder und gebar einen Sohn; den nannte sie Onan. 5. Sie gebar noch einen Sohn und nannte ihn Schela, und er war in Kesib als sie ihn gebar. 6. Jehuda nahm seinem Erstgebornen Er eine Frau, die Thamar hieß. 7. Er, der Erstgeborene Jehuda’s, war aber bös in Gottes Augen und Gott ließ ihn sterben. 8. Da sprach Jehuda zu Onan: Komme zu deines Bruders Frau und erfülle die Schwagerehe an ihr und stelle eine Nachkommenschaft deinem Bruder her. 9. Onan wusste, daß ihm nicht die Nachkommenschaft werden würde; so oft er daher zu seines Bruders Frau kam vernichtete er es zur Erde um seinem Bruder keine Nachkommen zu gewähren. 10. Gott misfiel was er gethan, und er ließ auch ihn sterben. 11. Da sprach Jehuda zu seiner Schwiegertochter Thamar: Bleibe Wittwe in deines Vaters Hause, bis mein Sohn Schela groß sein wird; denn er dachte: er könnte auch wie seine Brüder sterben. Thamar ging und blieb im Hause ihres Vaters. 12. Nach langer Zeit starb Schua’s Tochter, Jehuda’s Frau; da suchte Jehuda Trost und ging hinauf zu seinen Schaafscheerern, er und sein Freund Chira aus Adulam, nach Thimna. 13. Da wurde Thamar erzählt: Siehe, dein Schwiegervater geht hinauf nach Thimna seine Schaafe zu scheeren. 14. Da legte sie ihre Wittwenkleider ab, bedeckte sich mit einem Schleier und verhüllte sich, und setzte sich an eine offne Aussicht, welche am Wege nach Thimna lag; denn sie hatte gesehen, Schela war groß geworden und sie war ihm nicht zur Frau gegeben worden. 15. Jehuda sah sie und hielt sie für eine Buhlerin, denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt. 16. Er lenkte ihr zu in den Weg ein und sprach: Gestatte doch daß ich zu dir komme, denn er wusste nicht, daß sie seine Schwiegertochter war. Da sprach sie: Was giebst du mir, wenn du zu mir kommst? 17. Er sprach: Ich werde ein Ziegenböckchen von den Schaafen schicken. Wenn du ein Pfand giebst bis du schickest, erwiederte sie. 18. Welches Pfand soll ich dir geben? sagte er. Sie sagte: Dein Siegel und deine Schnur Und den Stab, den du in der Hand hast. Er gab es ihr, kam zu ihr und sie empfing ihm. 19. Sie stand auf und ging, legte ihren Schleier ab und zog ihre Wittwenkleider an. 20. Jehuda schickte das Ziegenböckchen durch seinen Freund aus Adulam, das Pfand aus der Hand der Frau zu nehmen; er fand sie aber nicht. 21. Er erkundigte sich bei ihren Ortsleuten: Wo ist die Buhlerin, sie war in der Aussicht an dem Wege? Sie sagten: Hier war keine Buhlerin. 22. Er kehrte zu Jehuda zurück und sprach: Ich habe sie nicht gefunden, und auch die Ortsleute haben gesagt: hier war keine Buhlerin. 23. Da sprach Jehuda: Mag sie es hinnehmen! Sonst werden wir noch zum Gespötte. Ich habe ja dieses Böckchen geschickt, und du hast sie nicht gefunden! 24. Ungefähr um drei Monate wurde dem Jehuda berichtet: Deine Schwiegertochter Thamar hat Unzucht getrieben und sie ist hat auch unzüchtig empfangen. Jehuda sprach: Führet sie hinaus, daß sie verbrannt werde. 25. Sie ward hinausgeführt — sie hatte aber zu ihrem Schwiegervater geschickt: Dem Manne, dem diese gehören, habe ich empfangen! Sie ließ ihm sagen: Erkenne doch, wem diese, das Siegel und die Schnüre und der Stab, gehören! 26. Jehuda erkannte sie und sprach: Sie ist gerechter als ich, deshalb, weil ich sie meinem Sohn Schela nicht gegeben habe! Er erkannte sie jedoch nicht weiter. 27. Zur Zeit ihrer Niederkunft waren Zwillinge in ihrem Schooße. 28. Als sie gebar, streckte Einer eine Hand, da nahm die Hebamme und knüpfte einen Purpurfaden um seine Hand, damit zu sagen: der ist zuerst gekommen. 29. Kaum aber wollte er seine Hand zurückziehen, war sein Bruder herausgekommen, da sprach sie: Was hast du deinetwegen für eine Bahn gebrochen! Er nannte ihn Perez. 30. Nachher kam sein Bruder, der den Purpurfaden an der Hand hatte; den nannte er Serach.