KAP. 20. Kedoschim - ויקרא כ קדישים von Rabbi Samson Raphael Hirsch

Posted 2 mos ago

Kap. 20. 1. Gott sprach zu Mosche: 2. Zu den Söhnen Jisrael's sage: Jeder, Jeder von Jisrael's Söhnen und von dem Fremden, der aus der Fremde in Jisrael eingetreten, der von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergiebt, soll getödtet werden; die Landes-Volksgemeine soll ihn steinigen. 3. Und auch Ich richte mein Angesiht gegen diesen Mann und lasse ihn aus der Mitte seines Volkes entwurzelt werden; denn er hat von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergeben, um meinem Heiligthum die Reinheit zu rauben und meinen heiligen Namen zu entweihen. 4. Wenn aber die Landes-Volksgemeine ihre Augen von diesem Manne entziehen sollte indem er von seiner Nachkommenschaft dem Molech übergeben, so daß sie ihn nicht tödten: 5. so setze ich mein Angesicht gegen diesen Mann und gegen seine Familie und lasse ihn entwurzelt werden und alle die, die ihm im Abfall nachfolgen, dem Molech mir entgegen nahzuhängen, aus der Mitte ihres Volkes. 6. Und die Person, die sich zu den Oboth und den Jidonim wendet, ihnen abfallend nachzufolgen, gegen diese Person richte ich mein Angesicht und lasse ihn aus seines Volkes Mitte entwurzelt werden. 7. Haltet euch heilig, so werdet ihr heilig sein; denn Ich, Gott, bin euer Gott.

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.(ת'כ) זו קרושת פרישות ע"ז : והתקדשתם וגו' .7
Es spricht hier nicht von ‏קדושת כל‎ המצות, von der allgemeinen in Beziehung auf alle Gebote anzustrebenden ‏ ,קדושה von welcher bereits das vorige Kap. ‏קדושים תהיו‎ gehandelt, sondern von der speciell durch Fernhaltung von allem Götzenthümlichen, wie dies soeben in ‏מולך‎ und אוב וידעוני besprochen worden, anzustrebenden und zu erlangenden קדושה (das.) Wir haben bereits an einem andern Orte darauf hingewiesen, wie der Begriff ‏קדוש‎ in reinster Potenz, und so als Gottes Attribut, wie die absolute Freiheit des Wollens, so auch die absolute Freiheit des Seins, daher die Ewigkeit umfasst. So Sanhedrin 92, a. zu dem Vers Jesaias 4, 13. ‏והיה‎ ‏הנשאר בציון והנותר בירושלים קדוש 'אמר לו וגו', מה קדוש לעולם קיים אף הם לעולם קיימין‎ Auch hier dürfte der Begriss קדוש seine volle Bedeutung in beiden Beziehungen haben. Es war zuvor von den Verbrechen des ‏ ‏מולך‎ und אוב וידעוני-Wahnes gesprochen. Daran schließt sich die Mahnung: haltet euch rein von allem Heidenthum, erhaben über alle Furcht vor den dunklen Mächten des Menschenwahns und über alles Vertrauen auf sie, stellt euch absolut der Vollbringung meines Willens bereit, so werdet ihr mit dieser Freimachung eures Gemüthes und eures Willens auch euer Sein frei machen, werdet mit eurer völligen Unterordnung unter Mich heilig unantastbar für jede andere Gewalt werden, denn ich, ‘ד, von dessen Wink jede Zukunft abhängt, bin ‏,אלקיכם‎ bin so der Lenker eures Geschikes wie der Leiter eurer That

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8. So wachet denn über meine Gesetze und vollführet sie; Ich, Gott, führe euch zur Heiligkeit.

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8. '‏ושמרתם וגו leitet das Folgende ein. Gott setzt euch zu Wächtern seiner Gesetze und zu Vollziehern der von ihm zu deren Schutz gegebenen Strafgesetzgebung. Daraus dürfte sich das folgende: כי erklären.

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9. Denn Jeder, Jeder, der seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll getödtet werden; er hat seinem Vater oder seiner Mutter geflucht, sein Blut fällt in ihn zurück. 10. Und wer mit dem Weibe eines Mannes Ehebruch begeht, mit dem Weibe seines Nächsten Ehebruch begeht, soll er, der Ehebrecher, und die Ehebrecherin getödtet werden. 11. Und wer der Frau seines Vaters beiwohnt, der hat die Blöße seines Vaters enthüllt; beide sollen sie getödtet werden, ihr Blut fällt in sie ‏zurück. 12. Und wer seiner Schwiegertochter beiwohnt, sollen sie beide getödtet werden; Entmenschung haben sie geübt, ihr Blut fällt in sie zurück. 13. Und wenn ein Mann einem Männlichen wie einem Weibe beiwohnt, so haben sie beide Abscheuliches geübt; sie sollen getödtet werden, ihr Blut fällt in sie zurück.‎ 14. Und wer eine Frau und ihre Mutter nimmt, das ist eine unzüchtige Sinnlichkeit, durch Feuer sollen sie verbrannt werden, er und sie, und es soll unzüchtige Sinnlichkeit kein Dasein haben unter euch. 15. Und wer sein Lager bei einem Thiere giebt, der soll getödtet werden, und auch das Thier sollt ihr umbringen. 16. Und eine Frau, die sich irgend einem Thiere nähert sie zu begatten, die Frau und das Thier sollst du umbringen; getödtet sollen sie werden, ihr Blut fällt in sie zurück. 17. Und wer seine Schwester, die Tochter seines Vaters oder die Tochter seiner Mutter nimmt und er sieht ihre Blöße und sie sieht seine Blöße, eine sündhafte Hingebung ist's, sie werden entwurzelt vor den Augen ihrer Volksgenossen; er hat die Blöße seiner Schwester enthüllt, er hat seine Sünde zu tragen. 18. Und wer einer Frau, wenn sie unwohl ist, beiwohnt und enthüllt ihre Blöße, hat er auch nur entblößt ihren Born und auch sie hat den Born ihrer Bluterscheinungen enthüllt, so werden sie beide aus der Mitte ihres Volkes entwurzelt. 19. Und die Blöße der Schwester deiner Mutter oder der Schwester deines Vaters sollst du nicht enthüllen. Wenn Einer seine Blutverwandtschaft auch nur entblößt, werden sie ihre Schuld zu tragen haben. 20. Und wer seiner Tante beiwohnt, der hat seines Onkels Blöße enthüllt, ihre Sünde haben sie zu tragen, kinderlos werden sie sterben. 21. Und wer die Frau seines Bruders nimmt, so lange sie ihm eine zu Meidende ist, der hat die Blöße seines Bruders enthüllt, kinderlos werden sie bleiben. 22. So hütet alle meine Gesetze und alle meine Rechtsordnungen und erfüllet sie, damit das Land, wohin ih euch bringe um dort euren Wohnsiß zu haben, euch nicht ausspeie. 23. Und gehet nicht in den Satzungen der Bevölkerung, die ich vor euch fortschicke, denn dies Alles hatten sie gethan da sie mein Widerwillen traf, 24. und ich zu euch sprach: ihr seid geeignet ihren Boden in Besitz zu nehmen und Ich gebe ihn euch ihn zu besitzen als ein an Milch und Honig überfließendes Land, Ich, Gott, euer Gott, der ich euch von den Völkern ausgeschiden. 25. Unterscheidet zwischen dem reinen Thiere und dem unreinen und zwischen dem unreinen Vogel und dem reinen, und machet eure Seelen nicht zum Abscheu durch Thiere und Vögel und durch Alles was den Erdboden betritt, was Ich euch ausscheidend für unrein erklärte. 26. Und bleibet mir heilig, denn Ich, Gott, bin heilig und euch habe ich aus den Völkern ausgeschieden mein zu sein. 27. Wenn aber unter Männern oder Frauen ein Ob oder Jidoni sein wird, sollen sie getödtet werden; steinigen soll man sie, ihr Blut fällt in sie zurück.