V. 1. Ich bin eine Blume zu Sharon

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V. 1. Ich bin eine Blume zu Sharon.
Die Gemeinde Israel spricht hier: Ich bin es, ich bin beliebt, denn Gott hat mich, den 70 Völkerschaften vorgezogen, ihm durch Bezaleel einen Schatten (lo), eine Bundeslade zu bereiten s. Gen. 37, 1; ]vrsh d. i. auch habe ich ihm durch Mose ein Loblied (rys) gesungen s. Ex. 15, 1.
Oder: Israel spricht: Ich bin es, ich bin bei Gott beliebt, denn ich war im Schatten der Ägypter verborgen (,yrom ls ]lob hyvbx), und in einer kleinen Stunde brachte er mich nach Ramses, erfrischte mich wie eine Lilie durch gute Werke und ich pries ihn in meinem Lobliede s. Jes. 30, 29. Oder: Ich bin es, ich bin beliebt, denn ich befand mich im Schatten des Meeres, und nach einer kleinen Stunde erfrischte ich mich durch Wohltaten als Zeuge für mich wie eine Lilie, und nach meinem Durchzug zeigte ich mit dem Finger auf ihn, ausrufend Ex. 15, 2 „Dieser ist mein Gott, ihn will ich erheben.“
Oder: Ich bin es, ich bin beliebt, denn ich war im Schatten des Sinai geborgen, und nach einer kleinen Stunde erfrischte ich mich durch gute Werke mit meiner Hand und meinem Herzen (d. i. mit allen Kräften) wie eine Lilie und ich sprach vor ihm s. das. 24, 7: „Alles, was der Ewige gesprochen, wollen wir tun und gehorchen,“
Oder: Ich bin es, ich bin beliebt, denn ich bin verborgen und zertreten (niedergetreten) im Schatten der Fremdherrschaften, aber morgen, wenn mich Gott erlöst und dem Schatten der Knechtschaft entreißt, blühe ich auf wie eine Lilie und stimme ihm ein neues Lied an s. Ps. 98, 1.
Nach R. Berachja legt Salomo obigen Vers der Wüste in den Mund.     Ich bin beliebt, spricht sie, denn alles Gute in der Welt ist in mir verborgen s. Jes. 41, 19; alle die hier genannten Kostbarkeiten sind bei mir aufbewahrt und wenn Gott sie verlangt, gebe ich sie vollständig zurück, ich fördere gute Werke und singe vor ihm ein Loblied s. das. 35, 1.
Nach den Rabbinen spricht die Erde den obigen Vers. Ich bin es, ich bin bevorzugt, spricht sie, denn alle Hingeschiedenen der Welt sind in mir verborgen s. Jes. 26, 19, und wenn Gott sie von mir fordert, gebe ich sie ihm zurück, ich fördere gute Werke, dass sie wie eine Lilie blühen, ich singe ihm ein Loblied s. Jes. 24, 16.
Nach R. Judan ist tlobx und hnsvs eine und dieselbe Blume. So lange die Lilie noch klein ist, heißt sie tlobx, wenn sie aber größer wird, nennt man sie hnsvs. Weshalb heißt sie tlobx? Weil sie in ihrem eigenen Schatten (der um sie gefalteten Blätter) verborgen ist
R. Elieser sagt: Die Gerechten werden mit der vorzüglichsten Blumengattung und mit der vorzüglichsten Art dieser vorzüglichen Blumengattung verglichen; mit der vorzüglichsten Gattung d. i. mit der Lilie, und mit der vorzüglichsten Lilienart d. i. mit der Lilie der Täler; nicht: mit der Berglilie, welche leicht welket, sondern: mit der Lilie der Täler, welche frisch bleibt.
R. Abba bar Kahana sagte: Die Gemeinde Israel spricht vor Gott: Ich bin es, ich bin die Begünstigte, ich bin in tiefe Nöte versunken, wenn Gott mich daraus emporhebt, so entfalte ich gute Werke wie die Lilie und feiere ihn im Gesange s. Jes. 26, 16.
Nach R. Acha spricht die Gemeinde Israel vor Gott: Wenn du mich deines tiefen Blickes würdigst, entfalte ich gute Werke wie die Lilie und weihe dir mein Lied s. Ps. 130, 1.
Nach den Rabbinen endlich spricht die Gemeinde Israel vor Gott: „Ich bin es, ich bin beliebt, ich bin in den Tiefen der Hölle versunken, wenn mich Gott daraus befreit vergl. Ps. 40, 3: „Er zieht mich aus der Grube des Verderbens“, so rege ich gute Werke an und spreche vor ihm ein Lied, wie es heißt das. V. 4: „Und er legte in meinen Mund ein neues Lied.“ Diese Auslegung der Rabbinen stimmt auch mit dem überein, was R. Eleasar von Modin gesagt hat. Einst werden die Fürsten der Völker der Welt kommen und die Israeliten vor Gott anklagen und sprechen: Herr der Welt! diese sind ebenso wie jene der Abgötterei, der Wollust und Mordsucht (dem Blutvergießen) ergeben gewesen, warum fahren jene in die Hölle und diese nicht? Gott antwortet ihnen: Wenn dem so ist, so sollen alle Völker mit ihren Göttern in die Hölle hinabfahren s. Micha 4, 5.
R. Ruben sagte: Es steht etwas geschrieben, was sich nicht gut sagen lässt: es heißt nämlich Jes. 66, 16: „Denn im Feuer wird Gott gerichtet (upsn)“, es heißt nicht upvs er richtet, sondern upsn er wird gerichtet. Diese Frage hat David Ps. 23, 4 im heiligen Geiste mit diesen Worten gelöst: „Wenn ich auch wandle im Tale des Todesschattens, so fürchte ich nichts Böses, denn du bist mit mir, dein Stab“ d. i. (deine Zuchtrute) die Leiden „und deine Stütze“ d. i. dein Gesetz „sie trösten mich“ u. s. w. Man könnte glauben, auch ohne Leiden (machst du fett mein Haupt mit Öl)? Darum ist hinzugefügt: ;a „nur.“ Man könnte meinen: Dies sei in dieser Welt. Darum steht das. V. 6: „Nur Gutes und Barmherzigkeit werden mir nachfolgen alle Tage meines Lebens, bis ich einst im Hause des Ewigen wohne auf immerdar.“