KAP. 13. Bo - שמות יג בא von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 13. V. 1. da sprach Gott zu Mosche, also: 2. Heilige mir jeden Erstgebornen, die Eröffnung eines jeden Mutterschooßes unter Jisrael's Söhnen, unter den Menschen und unter dem Viehe; mein ist er.

²V. 2. ‏.קדש לי כל בכור‎ Es war uns unmittelbar zuvor, Kap. 12, 51., das Frühere rekapitulirend und dies Neue einleitend, gesagt worden, wie die Stammes-, Familien- und Häusergruppen, in welche sich die Nation zum Pessachopfer gesammelt, auch beim Auszuge blieben, wie Gott sie ‏על צבאותם‎ "nach diesen ihren Heeresgruppe" hinausführte,‎ wie somit überhaupt die Nation in diese Gruppen geschieden verharrte. Heißt es ja daher vielleicht auch: ‏בצאת ישראל וגו’ היתה וגו’ ישראל ממשלוחיו‎ und nicht ‏ממשלחו‎ ‎(Ps. 114, 2), indem Israel sich Gott als eine "Mehrheit von Reichen," als eine unbegränzte Zahl von seiner Waltung und Leitung sich unterstellenden Kreisen darbot.

Damit nun aber diese individuell gesonderten Gruppen nicht auseinanderfallen, damit in allen der Eine, sie Alle un den Einen einzigen Gott und seinen Willen einigende Gedanke der gemeinsamen Bestimmung lebendig bleibe, bestellte Gott sich lebendige Träger und Vertreter dieses Gedankens innerhalb der Familien und Häuser, indem er sprach: ‏,קדש לי וגו »Heilige mir,« eigentlich: »Stelle mir absolut bereit jeden Erstgebornen, die Eröffnung jeden Mutterschooßes unter Jisrael's Söhnen unter den Menschen und unter dem Viehe; mein ist er,« und bestellte damit die erstgebornen Söhne als seine Vertreter, als die Träger-, Pfleger und Verfechter Seines Willens in Mitte der Familien, so wie die Erstgeburt der Heerden zum Ausdruck der Hörigkeit und Hingebung des Familieneigenthums an diesen Willen, auf daß durch die Wirksamkeit der Erstgebornen und die Weihe der Erstgeburten die Häuser und Familien der göttlichen Gesammtbestimmung der Nation erhalten bleiben, und in jedem Hause und jeder Familie nur die Eine große Nationalaufgabe in der ganzen Mannigfaltigkeit der Familien- und Häuser-Eigenthümlichteiten zur Erfüllung kommen.

Diese gottesdienstliche Weihe der Erstgebornen fällt nicht zusammen mit dem erbrechtlichen Vorzug Erstgeborner. Es kann ein Sohn ‏בכור לכהן‎ sein, ohne ‏בכור לנחלה‎ zu sein und umgekehrt. (Siehe Bechoroth 46, a.) Zum gottesdienstlichen Träger der Familien ist jedes erste von einer Mutter geborne Kind bestimmt, weint dieses erste Kind in natürlicher Geburt (mit Ausschluß des ‏יוצא דופן‎ ) geboren und ein Sohn ist. Er muss ‏בכור לולדות ולרחמים‎ und ‏זכר‎ sein, wie dies hier durch die Bestimmung ausgesprochen ist, daß er ‏בכור‎ und ‏פטר רחם‎ sein müsse, und dass sich das Gesetz nur auf die männliche Erstgeburt bezieht, ist (5. B. M. 15, 19.) ausdrücklich ausgesprochen.

Indem diese gottesdienstliche Erstgeburt au ‏פמר רחם‎ geknüpft und daher, z. B. ‏הבא אחר נפלים‎ nicht ‏בכור לכהן‎ ist, so begreift sich das Gesetz sofort in tieferm Grunde als eine Weihe des Mutters schooßes. Indem das erste Kind, wenn es seinem Geschlechte nach dazu fähig ist, nicht nur dem Hause und der Familie, sondern in erster Linie gleichsam für Gott innerhalb des Hauses und der Familie geboren wird, wird damit in tieferm Grunde dem durch dieses Kind zum Mutterschooß gewordenen Schooß des Weibes, somit allen folgenden Kindern, somit allen Geburten, dadurch allen in Israel sich erhaltenden Häusern und Familien die Gotthörigkeit vindicirt! (Findet dieser Gedanke bei der Erstgeburt des Thieres ja sogar seinen konkreten Ausdruck in der Bestimmung (Chulin 70, a.), daß jedenfalls der Raum, vielleicht sogar die Berührung des Mutterschooßes bei der Geburt die Heiligung der Erstgeburt bedingt). Ueberhaupt erst im ‏רחם‎ ‎und durch denselben wird der ‏.בכור קדוש‎ Es liegt somit seine Heiligkeit nicht in ihm. Es ist vielmehr der ‏,רחם ‎ d. h. die durch ihn nur zum Ausdruck kommende Weihe und heilige Bestimmung des Mutterschooßes, die ihm selber die Heiligkeit ertheilt. Dass aber diese Weihe nur an die männliche Erstgeburt geknüpft ist, liegt in der Bestimmung der Geschlechter. Zur nationalen Vertretung ist überhaupt nur das männliche berufen. Das männliche ist, wie schon sein Name ‏זכר (von זכר‎ Erinnerung bewahren) ausdrückt, Wahrer der nationalen Überlieferungen. — בכור, siehe oben (Kapitel 4, 22). - פטר: ‎Hinauslassen auch Hinausgelassen werden, (verw. mit ‏פתר‎: den verschlossenen Inhalt eines Traumes u. s. w. herausheben, ‏;פדר‎ ‎das aus dein übrigen Organismus ausgeschiedene Fett), ‏פטר רחם‎ würde zunächst auf das Kind sich beziehen lassen und: das aus dem Mutterschooß Entlassene bedeuten. Allein dann würde es eine jede Geburt bezeichnen. Es muß daher wohl auf den Mutterschooß bezogen werden und das Oeffnen des bis dahin verschlossenen Raumes bezeichnen. So wie ‏:פטורי ציצים‎ aufgeschlossene Blüthen. — ‏:רעם .רחם‎ die heftigste Erschütterung, Donner. ‏,רחם‎ nach gegensätzlichen Bedeutung des ‏:ח‎ Schutz vor jeder Erschütterung bezeichnet den mütterlichen Raum, der das werdende Kind vor jeder Erschütterung schützend ausschließt daher ‏:רחם‎ die muttergleiche, vor allem Uebel zu schützen bemühte Fürsorge. ‏:לי הוא‎ sie gehören mir an, meine Ansprüche in der Familie und an die Familie zu vertreten.

3. Da sprach Mosche zu dem Volke: Bleibet dieses Tages eingedenkt, an welchem ihr aus Mizrajim, aus dem Sklavenhause gezogen seid, daß mit Stärke der Hand Gott euch von hier herausgeführt, und es werde darum kein Gegohrenes gegessen. 4. Heute zieht ihr hinaus, im Halm-Monat! 5. Und es sei, wenn dich Gott zu dem Lande des Kenaani und des Chitti, des Emori, des Chiwi und des Jebusi bringen wird, das er dir zu geben deinen Vätern geschworen hat, zu einem Lande, das von Milch und Honig fließt: dann begehe diesen Dienst in diesem Monat. 6. Sieben Tage sollst du dann ungegohrenes Brod essen und am siebten Tag ist dann ein Gott geweihtes Fest. 7. Ungegohrenes Brod soll diese sieben Tage gegessen, und dir kein gegohrenes Brod und dir kein Sauerteig gesehen werden in deinem ganzen Gebiete. 8. Und du erzählest dann deinem Kinde an jenem Tage: »Um Dieses willen hat Gott für mich gehandelt, als ich aus Mizrajim zog, 9. und das soll dir zum Zeichen an deiner Hand und zum Gedächtnis zwischen deinen Augen sein, — damit Gottes Lehre der Inhalt deines Mundes werde, — daß mit starker Hand G o t t dich aus Mizrajim hinausgeführt, 10. und du sollst dieses Gesetz hüten zu seiner bestimmten Zeit von Jahr zu Jahr.« 11. Und nun sei es: wenn dich Gott zu dem Lande des Kenaaniten bringen wird, wie er dir und deinen Vätern geschworen, und es dir gegeben haben wird: 12. so sollst du jede Mutterschooßeröffnung Gott zuführen, und ebenso Gott zu von jeder Wurf-Eröffnung eines Viehes, das dir gehören wird, die männlichen. 13. Jede Geburtseröffnung eines Esels lösest du mit einem Lamme aus; lösest du es nicht aus, so mußt du es durch Genickschlag tödten; auch jede Menschen-Erstgeburt unter deinen Söhnen lösest du aus. 14. Und wenn dich nun in einer andern Zeit dein Sohn einst fragen wird: Was ist dies? so sagst du zu ihm: »Mit Stärke der Hand hat uns Gott aus Mizrajim, aus dem Sklavenhause‎ geführt. 15. Da war es, als Pharao hartnäckig war, uns ziehen zu lassen, erschlug Gott jede Erstgeburt im Lande Mizrajim, von Menschenerstgeburt bis zur Erstgeburt des Viehes. Darum opfere ich Gott jede Mutterschooßeröffnung, die Männlichen, und löse jeden Erstgebornen meiner Söhne aus. 16. Und auch an deiner Hand soll es zum Zeichen sein und zum Stirnschmucke zwischen deinen Augen, daß mit Stärke der Hand Gott uns aus Mizrajim hinansgeführt.«