V. 2. Wie schön sind deine Tritte in den Schuhen, Fürstentochter

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V. 2. Wie schön sind deine Tritte in den Schuhen, Fürstentochter.
R. Judan sagte: Auch wenn ein ungebildeter Mensch mit diesen Worten lobt, ist es ungeziemend für ihn und hier heißt es: „Wie schön sind deine Schritte?“ Allein hier sind nur die Schritte der Wallfahrer gemeint, und sind diese zuweilen nicht frei, zuweilen verdeckt? Der Sinn der Worte ist somit dieser: Wie schön sind deine Fersen in den Schuhen, Tochter meines Geliebten (Abrahams, der sagte: „Weder Faden noch Schuhriemen.“ Dafür gab Gott seinen Nachkommen das Gebot der Schaufäden und des Schuhausziehens d. i. Chaliza statt der Leviratsehe)).
R. Berachja sagte: Die zwei Berge der Welt, R. Elieser und R. Josua, haben den Vers auf diese Weise ausgelegt. Was war die Schönheit deiner Schritte in den Schuhen (bei der Wallfahrt nach Jerusalem)? Wie schön waren deine Pilgerfahrten, welche allen Drangsalen den Eingang verschlossen haben.
Ein Festpilger hatte einmal vergessen, die Türen seines Hauses zu verschließen. Als er zurückkam, fand er eine Schlange an den Ringen seiner Türen gebunden.
Ein anderer hatte seine Hühner nicht ins Haus gebracht, bevor er die Wallfahrt antrat, und er fand bei seiner Rückkehr zerrissene Katzen bei denselben.
Wieder ein anderer Pilger hatte vergessen, einen Weizenhaufen in sein Haus zu führen, als er von Jerusalem zurückkam, fand er denselben von Löwen umgeben.
R. Pinchas erzählt: Zwei reiche Brüder zu Askalon hatten böse Nachbarn von den Völkern der Welt. Dieselben verabredeten sich, wenn jene zur Anbetung nach Jerusalem hinaufziehen, so brechen wir in ihre Häuser ein und zerstören alles. Als die Festzeit gekommen war, schlossen die Brüder sich dem Festzuge an. In ihrer Abwesenheit aber sandte Gott Engel, die ihnen ähnlich sahen, welche in ihren Häusern ein- und ausgingen. Bei ihrer Rückkehr teilten die Brüder Geschenke unter alle ihre Nachbarn aus. Wo seid ihr denn gewesen? fragten diese. In Jerusalem, war die Antwort. Wann reistet ihr dahin? An dem und dem Tage. Wann kehrtet ihr zurück? An dem und dem Tage. Preis dem Gotte der Juden! weil sie und er den Anschlag nicht zur Ausführung kommen ließen. Jene Männer wollten, wenn die Juden nach Jerusalem zur Anbetung ziehen würden, in eure Häuser einbrechen und alles zerstören, er (Gott) hat aber Engel gesandt, die euch ähnlich sahen und die in euren Häusern ein- und ausgingen, um euch vor Schaden zu bewahren, um zu bestätigen, was hier gesagt ist: „Wie schön sind deine Schritte!“
R. Chama bar R. Chanina sagte: Es verhält sich wie mit zwei Kaufleuten, die miteinander nach einer Stadt reisten. Dort angekommen, sprach einer  zum andern:  Wenn wir beide zugleich unsre Ware hier ausbieten, so sinkt sie im Werte, biete du deine Ware in dieser Woche aus und ich will die meinige in der andern Woche ausbieten.
R. Chananja bar R. Ibi sagte: Es heißt nicht: „Wie schön sind deine Schritte im Schuh“, sondern: in den Schuhen.“ Es sind damit die beiden Schuhe am Pessach- und Laubhüttenfeste gemeint. Gott spricht nämlich zu den Israeliten: Ihr schließet vor mir am Laubhüttenfeste und ich schließe vor euch am Pessach; wenn ihr vor mir am Laubhüttenfeste schließt, so öffne ich, ich lasse nämlich Winde wehen, Wolken aufsteigen, Regen herabströmen, lasse die Sonne aufgehen, ziehe Gewächse groß und gebe Saft den Früchten und richte vor jedem den Tisch an und versehe jeden mit dem nötigen Lebensunterhalt und es fehlt an nichts. Hiermit schließe ich vor euch am Pessach und ihr ziehet dann hinaus, schneidet, drescht, windschaufelt, verrichtet alle erforderlichen Feldarbeiten und findet Segen in Fülle.
R. Josua ben Levi sagte: Eigentlich sollte das Schlussfest des Laubhüttenfestes um 50 Tage entfernt sein vom Schluss des Pessach, weil aber in jener Zeit der Übergang vom Sommer zum Winter stattfindet, so sind diese Tage für das Reisen nicht günstig. Gleich einem Könige, welcher viele Töchter hatte, von welchen einige in seiner Nähe, einige in der Ferne verheiratet waren. Eines Tages kamen alle zu ihrem Vater zum Besuch. Da sprach der König: Diejenigen, welche in meiner Nähe verheiratet sind, haben Zeit, mich zuweilen zu besuchen, diejenigen aber, welche von mir weit entfernt leben, nicht, weil ihr aber jetzt einmal alle bei mir seid, wollen wir uns alle einen guten Tag machen und miteinander uns freuen. So sprach auch Gott: Weil man am Schlusse des Pessach vom Winter in den Sommer  tritt, wo man eine Reise unternehmen kann, aber am Schlusse des Laubhüttenfestes, wo der Übergang vom Sommer in den Winter stattfindet, das nicht der Fall ist, indem der Staub der Wege hart ist und die Wege beschwerlich sind, so sei hier nicht ein Zwischenraum von 50 Tagen, sondern da ihr einmal beisammen seid, so wollen wir uns alle einen Festtag machen und uns freuen, weshalb auch Mose den Israeliten Num. 29, 35 einschärft, den achten Tag als Schlussfest festlich zu begehen.
Fürstentochter d. i. Tochter Abrahams, welcher Fürst genannt wird, wie es Ps. 47, 10 heißt: „Der Völker Fürsten versammeln sich zum Volk des Gottes Abrahams“, weil er unter den Menschen zuerst Gott erkannte, aus freien Stücken sich Gott zuwandte
deiner Hüften  Wölbungen.
R. Jochanan sagte: Alle Ergötzlichkeiten in dieser Welt haben die Israeliten der Beschneidung zu verdanken, welche (an dem Gliede) zwischen den Hüften vorgenommen wird.
R. Chija sagte: Warum haben die Weisen der Bitte um Genesung die achte Stelle (in dem 18 gliedrigen Gebete) angewiesen? Entsprechend der Beschneidung, welche am achten Tage stattfindet vergl.  Mal.  2, 5.
wie Kettenwerk von Künstlerhänden.
Wie viele Krankheiten sind Folge der Beschneidung! wie viele Kinder, die beschnitten worden sind, sterben nicht! Als ich einmal nach Kappadocien kam, erzählt R. Nathan, starben einer Frau daselbst vier Söhne daran, der erste wurde beschnitten und er starb, ebenso der zweite und der dritte. Man brachte den vierten vor mich, ich fand sein Fleisch frisch (eig. grün), ich besichtigte es und fand nicht an ihm das Blut des Bundeszeichens. Man sprach zu mir: Sollen wir es beschneiden? Wartet und lasset es, sprach ich zu ihnen, bis das Blut des Bundes sich bei ihm zeigt, denn es ist dort gelehrt worden: Ein kleines Kind, das krank ist, wird nicht eher beschnitten, als bis es gesund (kräftig) ist. (Dieser Anordnung kam man nach,) sie ließen es, beschnitten es und es ergab sich, dass es ein lebensfähiger Knabe war, und er erhielt meinen Namen Nathan.
Was bedeutet ,yalx? R. Hunja sagte: Wie der gewundene Knopf (Teil, Vorsprung) einer Säule (dvmi ls aylvxl). Die Rabbinen sagten: Wie ein Perlenring. Und wer hat ihn gefertigt? R. Menachma sagte: Das Werk „von Meisterhänden“ d. i. es war das Werk des göttlichen Meisters in der Welt. Gleich einem Könige, sagte R. Samuel, welcher einen Lustgarten hatte, in welchen er ganze Reihen von Nuss-, Apfel und Granatbäumen gepflanzt hatte. Er übergab ihn seinem Sohne mit den Worten: Mein Sohn! ich verlange dafür von dir nichts weiter, als dass du von den Früchten, wenn sie reif geworden sind, mich kosten lässt, damit ich das Werk meiner Hände sehe und mich an ihm erfreue. So sprach auch Gott zu den Israeliten: Meine Kinder! ich verlange von euch weiter nichts, als wenn einem von euch das erste Knäblein geboren worden ist, es meinem Namen zu weihen s. Ex. 13, 2 und wenn ihr zu den Festen nach Jerusalem pilgert, dass auch alles Männliche mit euch vor mir erscheine, weshalb Mose dem Volke dringend empfiehlt, dreimal des Jahres dort zu erscheinen s. das. 23,  17.