KAP. 33. WAJISCHLACH - בראשית לג וישלח von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 33. V. 1. Jaakob erhub seine Augen und sah, siehe, Esaw kommet — und mit ihm — vierhundert Mann! Da theilte er die Kinder auf Lea, auf Rachel und auf die beiden Mägde. 2. Er stellte die Mägde und ihre Kinder zuerst, Lea und ihre Kinder sodann, Rachel und Josef zuletzt. 3. Er aber ging vor ihnen her und bückte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder hinangelangte. 4. Da lief ihm Esaw entgegen und umarmte ihn, warf sich an seinen Hals und küsste ihn; und sie weinten. 5. Da erhub Esaw seine Augen und sah die Frauen und die Kinder und sprach: Wer sind dir diese denn? Er sprach: Die Kinder sind es, die Gott deinem Diener geschenkt. 6. Da traten die Mägde hin, sie und ihre Kinder, und bückten sich;  7. es trat auch Lea und ihre Kinder hin und diese bückten sich, und nachher trat Josef und Rachel hin und sie bückten sich. 8. Da sprach er: Was soll denn dieses ganze Lager, das ich getroffen? Er sprach: Gunst in den Augen meines Herrn zu finden. 9. Da sprach Esaw: Ich habe viel; mein Bruder, bleibe dir was Dein ist. 10. Darauf sprach Jaakob: Nicht doch, wenn ich doch Gunst in deinen Augen gefunden habe, so nimm mein Huldigungsgeschenk von meiner Hand; denn deshalb (bitte ich darum), ich habe zu deinem Angesicht wie zu einem Richter aufgeschaut, und du hast mich wohlwollend aufgenommen. 11. Nimm doch meinen Segen, der dir gebracht worden, denn es hat Gott mir ihn gnädig gewährt und dann: ich habe Alles. Er drang in ihn, da nahm er. 12. Er sprach: Laß uns nun aufbrechen und gehen, ich will mit dir Schritt halten. 13. Darauf erwiedert er ihm: Mein Herr weiß, daß die Kinder zart sind, und die Schaafe und Kinder liegen in ihrem Gedeihen mir ob; triebe man sie einen Tag an, es stürben alle Schaafe. 14. Ziehe doch mein Herr vor seinem Diener her, und ich, ich möchte in meinem stillen Gang mich weiter führen, nach dem Gange des Gutes welches vor mir geht, und nach dem Gange der Kinder, bis daß ich zu meinem Herrn gen Seir komme. 15. Da sprach Esaw: Ich möchte doch von dem Volke, das mit mir ist, bei dir stellen. Er aber sprach: Wozu dieses? Möge ich Gunst in meines Herrn Augen finden! 16. So kehrte Esaw an diesem Tage seines Weges nach Seir zurück, 17. und Jaakob zog gen Sukkoth und baute sich ein Haus. Für sein Besitzthum baute er Hütten, darum nannte er den Ort: Sukkoth. 18. Wohlbehalten kam Jaakob zur Stadt Schechem, welche im Lande Kenaan liegt, als er von Padan Aram kam, und lagerte im Angesicht der Stadt. 19. Den Theil des Feldes, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, kaufte er von den Söhnen Chamor’s, des Vaters Schechem’s, um hundert Keßita. 20. Dort errichtete er einen Altar zum Denkmal und verkündete sich: Gott ist Gott Jisrael’s.