KAP. 14. Beschalach - שמות יד בשלח von Rabbi Samson Raphael Hirsch

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Kap. 14. V. 1. Da sprach Gott zu Mosche: 2. Sprich zu Jisrael's Söhnen, daß sie zurückkehren und sich vor Pi Hachiroth lagern, zwischen Migdol und dem Meere. Im Anblick des Baal Zefon, ihm gegenüber sollt ihr am Meere lagern. 3. Es wird Pharao von Jisrael's Söhnen sagen: Gefangen sind sie im Lande! Er hat um sie die Wüste verschlossen! 4. So werde ich Pharao's Herz stark werden lassen, also daß er ihnen nachsetzt und ich, wie ich es wünsche, in der ganzen Wucht meiner Größe an Pharao und an seinem ganzen Heer erkannt werde. Es werden Mizrajim es erfahren, daß ich Gott bin! Sie thaten also. 5. Dem Könige von Mizrajirn wurde hinterbracht, daß das Volk geflohen sei, da wurde Pharao's und seiner Diener Sinn in Beziehung zum Volke umwandelt, und sie sprachen: Was haben wir da gethan, daß wir Jisrael aus unserm Dienste entlassen haben! 6. Er spannte seinen Wagen an und sein Volk nahm er mit sich. 7. Er nahm sechshundert Wagen mit auserlesener Mannschaft und alle Wagen Mizrajim’s, und Befehlshaber über das Ganze. 8. Gott ließ das Herz Pharao’s , des Königs von Mizrajim, fest sein, so daß er Jisrael's Söhnen wieder nachsetzte, und Jisrael's Söhne waren doch mit gehobener Hand ausgezogen! 9. Die Mizrer setzten ihnen nach und erreichten sie an dem Meere lagernd, alle Rosse der Wagen Pharao's, seine Reiter und sein Heer, bei Pi Hachiroth, im Anblick des Baal Zefon. 10. Pharao hatte näher rücken lassen; da huben Jisrael's Söhne ihre Augen auf und siehe, Mizrajim zieht ihnen nach, da fürchteten sie sich sehr, und Jisrael's Söhne schrieen zu Gott. 11. Und sie sprachen zu Mosche: Ist’s wohl aus Mangel, daß keine Gräber in Mizrajim sind, daß du uns hierhergenommen, um in der Wüste zu sterben? Was hast du uns gethan, uns aus Mizrajim hinanszusühren! 12. Ist das nicht das Wort, das wir dir bereits in Mizrajim gesagt: Lasse von uns, wir wollen lieber Mizrajim dienen! Denn es ist für uns besser, Mizrajim zu dienen, als daß wir in der Wüste sterben! 13. Mosche sprach hierauf zum Volke: Fürchtet euch nicht! Stellet euch hin und sehet die Rettung Gottes, die er euch heute schaffen wird; denn die ihr heute die Mizrer gesehen, ihr werdet sie nie mehr in Ewigkeit zu sehen bekommen. 14. Gott wird für euch streiten, und ihr — schweiget! 15. Da sprach Gott zu Mosche: Was siehest du zu mir, sprich zu Jisrael's Söhnen, daß sie ausbrechen! 16. Und du — hebe deinen Stab und neige deine Hand über das Meer und spalte es, daß die Söhne Jisrael's mitten im Meer in’s Trockene kommen. 17. Und ich — siche ich lasse Mizrajim's Herz fest sein, sie werden ihnen nachfolgen und ich werde meiner Absicht gemäß an Pharao und an seinem gan- zen Heere trotz seiner Wagen und seiner Reiter in der Wucht meiner Größe erkannt werden. 18. Mizrajim selber erkenne, daß ich Gott bin, indem ich in der Wucht meiner Größe mich an Pharao zeige trotz seiner Wagen und seiner Reiter. 19. Der Engel Gottes, der vor Jisrael's Lager herging, brach sodann auf und ging hinter sie. Es zog auch die Wolkensäule vor ihnen weg und stellte sich hinter sie. 20. Sie kam zwischen das Lager Mizrajim’s und das Lager Jisrael’s, und so war dort die Wolke und die Finsterniß auch, da Er die Nacht erleuchtete. Es kam Einer dem Andern die ganze Nacht nicht nahe. 21. Da neigte Mosche seine Hand über das Meer, und Gott führte das Meer durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer zum Trocknen; die Wasser wurden gespalten. 22. Jisrael’s Söhne kamen hinein in's Meer im Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken. 23. Die Mizrer verfolgten und kamen ihnen nach, alle Rosse Pharao’s, seine Wagen und seine Reiter, in’s Meer hinein. 24. In der Morgenwache war es, da schaute Gott hinab zum Lager Mizrajim's‎ durch eine Feuer- und Wolkensäule, und brachte Mizrajim’s Lager in Verwirrung. 25. Er trennte die Räder seiner Wagen und führte es mit Schwere. Da sprach Mizrajim: Ich will fliehen vor Jisrael, denn Gott streitet für sie gegen Mizrajim. 26. Da sprach Gott zu Mosche: Neige deine Hand über das Meer, so werden die Wasser über Mizrajim, über seine Wagen und seine Reiter zurückkehren. 27. Mosche neigte seine Hand über das Meer, das Meer kehrte um die Morgenwende zu seinem Urstande zurück, die Mizrer flohen ihm entgegen: da schüttete Gott Mizrajim in das Meer hin. 28. So kehrten für das ganze Heer Pharao’s, das ihnen nach in das Meer gefolgt, die Wasser zurück und bedeckten die Wagen und die Reiter, so daß selbst nicht Einer von ihnen übrig blieb, 29. und Jisrael's Söhne gingen auf dem trockenen Grunde mitten durch's Meer, und die Wasser waren ihnen eine Mauer zu ihrer Rechten und zu ihrer Linken! 30. So rettete Gott an diesem Tage Jisrael von Mizrajim’s Hand, und Jisrael sah Mizrajim todt an des Meeres Ufer. 31. Da aber Jisrael die große Hand sah, welche Gott an Mizrajim geübt, fürchtete das Volk Gott, und vertraute Gott und seinem Diener Mosche.