3. Abschnitt - Üeber das Betragen auf dem Aborte

Posted 1 yr ago

Geht man auf den Abort, so sage man zuerst den Spruch: „Seid geehrt, ihr Geehrten (Schutzengel des Menschen), ihr heiligen, ihr Diener des Obersten, helft mir, wartet, bis ich hineingehe und wieder herauskomme, denn dies ist nun der Menschen Weise.“ (Jetzt ist aber nicht mehr der Gebrauch, diesen Spruch zu sagen.) Rabbi Isaak Levia will jedoch, dass man es auch jetzt noch sage. Mann soll sich züchtig auf dem Abort betragen, sich nicht früher entblößen, als bis man sitzt. (Zwei Personen sollen nicht zugleich hineingehen.) Auch soll man daselbst nicht sprechen und hinter sich zuschließen.
  Wenn man die Afteröffnung untersucht mit einem Steinchen oder einem Spänchen, um Öffnung zu erregen, so soll man dies vor dem Niedersetzten und nicht nachher tun, weil man sich sonst der Bezauberung aussetzt. Entblößen soll man sich vorne zwei und hinten eine Hand breit, eine Frau aber hinten eine Hand breit und vorne gar nicht. Verrichtet man seine Bedürfnisse auf einem freien Platz, so soll man sich zwischen Nord und Süd, aber nicht zwischen Ost- und Westseite setzen (weil da der Tempel stand). Wohl aber ist es erlaubt, in jeder Stellung Wasser abzuschlagen.
Auch darf man nicht mit der Frau Zusammenschlafen zwischen Ost und West; selbst allein zu schlafen zwischen Ost und West, ist nicht recht. Wenn Jemand w-t innerhalb des Platzes, von wo man (im gelobten Lande) den heiligen Berg, auf dem der Tempel stand, sehen kann (es stand da ein Wächter), so soll man sich mit dem Gesichte nach Nord oder Süd wenden, oder so, dass das Heiligtum einem zur Seite ist. Hat man große Bedürfnisse, so kann man sich auf dem freien Feld hinter einem Zaun gleich hinsetzen; sonst muss sich einer so weit entfernen, dass Niemand seine, Blöße sehen kann. Nicht zu rasch und zu fest soll man sich setzen auch nicht zu sehr anstrengen, damit der Ringmuskel des Mastdarmes nicht reiße. Man soll den After nicht mit der rechten Hand reinigen. Man soll den After nicht reinigen mit Thonscherben wegen Zauberei, auch nicht mit trockenen Kräutern, überhaupt mit nichts, was Feuer fängt, auch nicht mit etwas, womit sich schon jemand gereinigt hat, teils wegen Verletzungen, teils wegen Zauberei. (Jetzt, da die Aborte nicht auf dem Felde, sondern in der Stadt sind, wo die bösen Geister nicht hausen, kann man sich auch mit Scherben und mit jeder anderen Sache reinigen, gehe und siehe, wie dies andere machen!) Man soll des Nachts sich ebenso züchtig auf dem Aborte betragen wie bei Tage. Stehend soll man nicht w-n, wegen der Spritzer, die auf die Füße kommen, man müsste denn auf einem erhöhten Orte stehen, oder in weicher Erde. Man Soll beim W-n die Ruthe nicht berühren, außer unterhalb der Krone, weil sonst unnützerweise Samen verloren gehen kann; selbst wenn man unverheiratet ist, ist es gut, die Ruhte nicht oberhalb der Krone zu berühren. Mit den Eiern nachhelfen (beim- Wn) ist auch einem Unverheirateten erlaubt.  
Einem Verheirateten ist zwar erlaubt, die Ruthe beim W-n zu berühren aber außerdem daran zu reiben, ist verboten. Wer sich Bedürfnisse zu verrichten enthält (aufhält) hat von den 3 65 ein Verbot übertreten. Ihr sollt eure Leiber nicht verunwürdigen (verunreinigen). 3. B. M. 11, 43.