6. Abschnitt - Über die Gesetze und Bedeutung der Segensprüche Ascher jazar, nach dem Verrichten eines Bedürfnisses und die Bedeutung des Gebets Elohei Neschomah u.s.w

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Geht man aus dem Aborte, so spreche man den Segenspruch: „Gelobt u. s. w. der du den Menschen mit Weisheit gebildet und ihn mit Löcher, Höhlungen ,ylvlx Chalulim erschaffen hast“.
 Der Nabel des Kindes im Mutterleib ist offen, sein Mund hingegen ist zu; wird es geboren, so erfolgt das Gegenteil.
 Es ist offenbar und bekannt vor deinem ehrfurchtsvollen Throne, dass, wenn eins von diesen Löchern und Höhlungen geöffnet oder verstopft werde, der Mensch nicht erhalten werden und vor dir bestehen könnte (er müsste sterben). Gelobt u. s. w., der du der Arzt alles Fleisches bist und Alles wunderbar gemacht hast. Denn die Erhaltung des Menschen ist mit wunderbarer Weisheit gemacht. Aus einem zugebundenen ledernen Schlauch voll Wein, wenn ein kleines Loch mit einer Nadelspitze darein gemacht wird, geht alle Luft heraus der Mensch ist voller Öffnungen und die Luft  bleibt  in demselben. Einige  haben den Gebrauch, mit  dem Segenspruch beim Händewaschen zu warten, bis sie in die Synagoge kommen, und sie sagen ihn dann mit den anderen Segensprüchen; die portugiesischen Juden aber haben diesen Gebrauch nicht (jedenfalls darf man solchen nicht zweimal sagen, sondern entweder zu Hause oder in der Synagoge). Der Segenspruch ELOHEI NESCHOMAH – mein G‘tt, die Seele, die du mir gabst, sie ist rein u.s.w. (In dem Medrasch Raba heißt es: Ein Mensch gibt z.B. seinem Nächsten eine Sache in Verwahrung und es trifft sich oft, dass dieselbe bei der Zurückgabe schlecht und verschlissen worden ist; jeder Mensch gibt nun täglich seine Seele des Abends G’tt in Verwahrung, sie ist müde von der Tagesarbeit – und des Morgens erhält er sie zurück, neu und erquickt.) fängt nicht an mit Baruch, Gelobt u.s.w., weil er ein LOBESSPRUCH ist; diese fangen niemals mit dem Worte BARUCH an. Einige haben den Gebrauch, dass wenn EINER in der Synagoge des Morgens den Segenspruch spricht und die Anderen haben AMEN darauf gesagt, ein Anderer denselben Spruch sagt und alle anderen Anwesenden sagen Amen darauf, bis an Alle die Reihe war. Man kann nicht gegen diesen Gebrauch einwenden, dass nämlich durch das Amen die Anderen schon vom Sprechen des Spruch enthoben wären, denn dies war ihre Absicht nicht.